Deutscher Trachtentag

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  • Deutschlands Farben der Heimat tagten in Gotha

    Die Tracht des Jahres 2019 kommt aus Thüringen

    Deutschlands Farben der Heimat treffen sich einmal jährlich zu einem Deutschen Trachtentag. In diesem Jahr war die ehrwürdige Kulturstadt Gotha in Thüringen zentraler Treffpunkt für die Trachten aus ganz Deutschland.In seinem neunzigsten Jubiläumsjahr wartet der Bundesverband mit vielen hochkarätigen Veranstaltungen auf. Den Start ins Jubiläumsjahr gab er am ersten Aprilwochenende in Thüringen.






    Vom 5. bis 7. April 2019 konnte die weltoffene Kulturmetropole Gotha im Herzen Deutschlands ihre Türen und Herzen im Schatten von Schloss Friedenstein öffnen, um die Trachtenträgerinnen und Trachtenträger aus ganz Deutschland zu empfangen.



    Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch, seit dem Jahr 2002 Präsident des Deutschen Trachtenverbandes, der mit einer Millionen Mitgliedern und 250.000 Jugendlichen der größte Bundesverband der Heimatpflege in Deutschland ist, konnte 100 Delegierte aus allen deutschen Bundesländern am Samstag im Bürgersaal des historischen Rathauses begrüßen. Nach den herzlichen Begrüßungsworten des Landrates Onno Eckert begann Knut Kreuch seinen Jahresbericht mit den Worten: „Wenn Deutschlands Trachten sich vereinen, muss über Gotha die Sonne scheinen!“, und die Sonne schien über Gotha und über die strahlenden Gesichter der Trachtendelegation, die gerade rechtzeitig von einer Thüringer Waldbahnfahrt aus Bad Tabarz zurückkamen, um vor dem Rathaus Thüringer Gastlichkeit bei Bratwurst und Rostbrätl zu genießen.



    Nach dem offiziellen Teil der Tagung und einer Kaffeepause mit Thüringer Kuchenspezialitäten konnte der Präsident Knut Kreuch einen weiteren Ehrengast mit Thüringens Innenminister Georg Maier begrüßen.

    Seit dem Jahr 2006 vergibt der Deutsche Trachtenverband e.V. das Prädikat „Tracht des Jahres“, welches einmalig ist in Europa. Geehrt werden einmal im Jahr Trachten und Trachtenträger, die sich in ganz besonderer Art und Weise der Erhaltung der Tracht und der Weitergabe von Traditionen und Bräuchen an die nächste Generation verpflichtet fühlen. Der Thüringer Landestrachtenverband erhielt bereits im Jahre 2007 mit der Ruhlaer Tracht und 2011 mit der Altenburger Tracht diese hohe Ehrung und in diesem Jahr wurde das Prädikat „Tracht des Jahres“ wieder an eine Tracht aus den Reihen unseres Verbandes verliehen. Aus den Händen des Thüringens Innenminister Georg Maier erhielt die Tabarzer Schurztracht die höchste Ehrung des Deutschen Trachtenverbandes den Titel der „Tracht des Jahres 2019“. Sie zählt zu den schönsten und seltensten Trachten in Thüringen und wird von den „Tabarzer“ Trachtenfreundinnen zu Recht mit voller Stolz getragen. Zur Preisverleihung waren nur fünf Frauen in der Tabarzer Schurztracht gekommen, aber am Abend zum großen Festprogramm des Thüringer Landestrachtenverbandes im Bürgerhaus Günthersleben war der Verein mit seinen 50 Mitgliedern fast vollzählig erschienen, um den Gästen des Deutschen Trachtentages ein eigens für diesen Abend gestaltetes Programm zu bieten.

    Am Anfang des Thüringenabends wechselten sich die Ruhlaer Trachtenfreunde mit Mundartschnorren und Liedern aus ihrer Heimat mit der Folkloretanzgruppe Wallrabs mit ihren Tänzen ab. Die Thüringer Landestrachtengruppe, deren Tänzer aus Lindenberg, Tambach-Dietharz, Niederorschel und Trusetal kamen, brachten den Tanzboden mit dem Schwerttanz zum Beben und wurden mit tosendem Applaus belohnt. Der Mädchenreigen wurde vor einigen Jahren von Günter Bramer für die Thüringer Landestrachtengruppe choreographiert und wurde von der Trachtengruppe der Sieben Täler aus Tambach-Dietharz getanzt, die dann gleich noch mit der Rennsteigpolka und der Müllerpolka zum Gelingen des Abends beitrugen. Mit einigen der schönsten Thüringer Liedern erklangen die Dudelsäcke der Wechmarer Mühlenpfeiffer und luden zum Mitsingen ein. Der Rühler Springer mit der Trachtentanzgruppe Gotha, die sich aus Tänzern aus Wechmar, Großfahner, Gotha und Tambach-Dietharz zusammengeschlossen haben, wurde mit Live-Musik von Romeo Kreuch auf dem Dudelsack und Regino Schmidt auf der Gitarre begleitet. Bei den nachfolgenden Tänzen des Trachtenvereins Schumlach wurden die „Rosamunde“ und das „Rennsteiglied“ lautstark mitgesungen und der tosende Beifall war Bestätigung für den gelungenen Auftritt.

    Als der Trachtenverein Tabarz, der mit der neuen „Tracht des Jahres 2019“, der Tabarzer Schurztracht, einmarschierte, war die Stimmung im Festsaal auf dem Höhepunkt. Vom jüngsten Mitglied des Trachtenvereins Tabarz mit 3 Jahren bis zum ältesten mit 77 Jahren waren alle Mitglieder in das Programm einbezogen. Das Festprogramm der Tabarzer umfasste eine Trachtenmodenschau im Tages- und Jahreslauf mit den entsprechenden Trachten, Liedern, Tänzen und Mundart. Da war von den Arbeitstrachten, dem Buckelapotheker, Hirte, Schurztracht, Spinnstuben-, Kirmes- und Hochzeitstracht sowie der Tracht für die Nacht alles dabei und musikalisch umrahmt wurde das Ganze mit Liedern und Tänzen des jeweiligen Anlasses. Ein wirklich gelungenes Programm, die Gäste waren begeistert und honorierten das auch mit anhaltendem Applaus. Eine würdige Tracht des Jahres, von der wir uns im Laufe des Jahres noch viele schöne Begegnungen wünschen, auf die wir uns schon sehr freuen.

    Nach dem Programm der Thüringer Vereine spielte „Die kleine Blasmusik“ aus Erfurt zum Tanz und lies den Abend gemütlich ausklingen.

    Am Sonntag trafen sich um 10 Uhr die Delegierten des Deutschen Trachtentages noch einmal in ihren schönen Trachten in der Schlosskirche zu Schloss Friedenstein in Gotha zum Trachtengottesdienst, der von Gothas Superintendent Friedemann Witting gehalten und von Frau Elke Eichhorn an der Orgel begleitet wurde.

    Schöner konnte der Deutsche Trachtentag in Gotha nicht ausklingen. Bei strahlendem Sonnenschein verabschiedeten sich im historischen Schlosshof die Trachtler mit den Worten: „Bis bald liebe Trachtenfreundinnen und Trachtenfreunde, wir sehen uns im Mai zum Deutschen Trachtenfest in Lübben“.

    Der nächste Deutsche Trachtentag ist vom 24.-26.04.2020 im niedersächsischen Cloppenburg.

    Fotos: Norbert Sander

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