Trachtenspalier statt Systemgrenze

Vereine aus Kaltenlengsfeld, Tabarz und Mihla an der „Brücke der Einheit“ in Vacha

Am 9. November dieses Jahres luden der Freistaat Thüringen, das Land Hessen, die Stadt Vacha und die Gemeinde Philippsthal gemeinsam zu einem Gedenken an die „Brücke der Einheit“ nach Vacha und zu einem anschließenden Bürgerfest nach Philippsthal ein. 25 Jahre, ein Vierteljahrhundert, ist der Fall der Mauer nun bereits her!


Fast die gesamte Kabinette aus Thüringen und Hessen waren zum Festtag nach Vacha gekommen. An der Spitze der Delegationen standen Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht und Hessen Landesvater Volker Bouffier. Die Brücke von Vacha hatte in den Zeiten der deutschen Teilung eine traurige Berühmtheit erlangt. Aufgrund des Verlaufes der Grenze im Bereich der Brücke war das Bauwerk bis zur Grenzöffnung zwischen Vacha und Philippsthal am 12. November 1989 gesperrt. Der Thüringer Trachtenverband wurde zum Fest eingeladen, und die Gruppen aus Kaltenlengsfeld, Tabarz und Mihla sagten zu. Mit den Kaltenlengsfeldern kam der Heimat- und Geschichtsverein Kaltennordheim. Gemeinsam mit Trachtenfreunden aus Hessen säumten die Thüringer im Spalier das historische Bauwerk, wo einst Grenztürme und Zäune standen.



Fotos: Heimatverrein Mihla e.V.

Ein Tag, der sich jedem einprägt

Frank Hößel von der Folkloretanzgruppe Kaltenlengsfeld hat von diesem Tag in Vacha unlöschbare Erinnerungen mitgenommen. Er ist damit nicht allein. „Es ist für unsere Trachtenkinder und für uns alleTeilnehmer ein großes und sehr nahe gehendes Erlebnis gewesen. Leider wurden bei den Reden der beiden Ministerpräsidenten im Zelt keine Trachtenpaare aufgestellt, aber wir durften als Fahnenträger dabei sein. Es waren für mich sehr bewegende Momente,da beide in ihren Reden die Möglichkeit erwähnt hatten, das es auch ganz anders hätte kommen können." Das Geschenk der Einheit Deutschlands wird heute von vielen Bürgern viel zu gering gewürdigt. Fassen wir uns einmal an die eigene Nasenspitze. Ja, es hätte ganz anders kommen können. Die Fahnenschwinger aus Kaltenlengsfeld führten gemeinsam mit den Bergmannskappellen Wintershall und Hattorf den Tross von Vacha aus Richtung Philippsthal. Viele Tausende Bürger folgten ihnen. Selbst die beiden Ministerpräsidenten waren überrascht, wie viele Menschen zur Feier gekommen waren.

An Geschichte und Zukunft denken

Für Frank Hößel war dieser 9. November ein ganz besonderer Tag. Er ging in seiner geschichtlichen Betrachtung noch viel weiter zurück. „Im Mittelalter verlief
die Handelsstraße "Via Regia" oder auch Königsweg genannt über diese
Brücke und führte von Frankfurt nach Leipzig. Schon damals bewegten sich hier Menschenströme und die Brücke hat die Welt verbunden.Ich glaube aber, so viele fröhliche und besinnliche Menschen wie am 9. November 2014 hat die Brücke in ihrer langen Geschichte noch nicht erlebt!“ Die abschliessenden Worte der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht blieben nicht nur den Thüringer Trachtenleuten im Gedächtnis. Sie sagte: „Auch nach 25 Jahren ist es unsere Pflicht, uns auf die Werte, die die friedliche Revolution auf beiden Seiten der Mauer getragen haben, zu besinnen und ihnen einen festen Platz in den Visionen für die Zukunft einzuräumen. Nur wer die Geschichte annimmt und versteht, kann Zukunft in Frieden und Freiheit gestalten.“ Der Thüringer Trachtenverband wird das auch in der Zukunft tun. Die Trachtenträger bedanken sich bei den Ausrichtern des Festes und freuen sich, das so viele Menschen 25 Jahre nach der Grenzöffnung den Mauerfall zu würdigen wissen.
Text: Dirk Koch

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