Oberdorlaer setzen stimmungsvoll die Anker im „Heyeröder Hafen“

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  • Oberdorlaer setzen stimmungsvoll die Anker im „Heyeröder Hafen“

    23. Kreistrachtenfest des Unstrut-Hainich-Kreises krönte den 30. Geburtstag des gastgebenden Heimatvereins Heyerode

    Von Reiner Schmalzl


    Heyerode (Unstrut-Hainich-Kreis). Spätestens, als die Nachbarn von der anderen Seite des Hainichs die Bühne vom „Heyeröder Hafen“ betreten hatten, waren am Samstagnachmittag gewissermaßen alle Anker des 23. Kreistrachtenfestes in der Eichsfeldgemeinde gesetzt. „Vun dohar, do kummen möi“, sagte Rita Nöthling vom Heimat- und Trachtenverein Oberdorla voller Stolz und fuhr fort: „Wo der Anger riesengroß und uralt die Linden so schön wie im Thüringer Land nur einmal ist zu finden...“ Mit Liedern von Heinrich Erdmann und Hermann Herwig priesen die Oberdorlaer die Schönheit der Vogtei in alter Mundart und den wunderschönen Trachten ihrer Ahnen. Und nach dem schwung- und stimmungsvollen Tanz mit dem Nachwuchs, resümierte Dieter Herold als Gastgeber und Vorsitzender des Heimatvereins Heyerode voller Begeisterung: „Wenn man euch so ansieht, brauchen wir keine Angst um die Zukunft der Trachten- und Heimatvereine zu haben.“

    Als „Kapitän“ rief Dieter Herold dann auch seinen „Steuermann“ Martin Stützer und die gesamte Mannschaft vom Heimat-, Mundart- und Trachtenverein „Heyereeder Spällstobn“ auf die Bühne. Nach der Melodie des Volksliedes „Auf der Festung Königstein“ erfreuten sie in Heyeröder Platt „Pack me des Zeegen mo ans Gelasch“. Mit dem von Martin Stützer ergänzten und vorgetragenen Gedicht „Die Feuerwehr“ des unvergessenen Heimatdichters Karl Laufer wurde an so manche Kapriole des Löschwesens aus Urgroßvaters Zeiten bei Hilfeleistungen in Faulungen oder Struth auf die Schippe genommen.

    Neben den insgesamt 17 teilnehmenden Vereinen gratulierten auch Landrat Harald Zanker und Südeichsfeld-Bürgermeister Andreas Henning dem gastgebenden Heyeröder Verein zu seinem 30. Geburtstag. Zuvor zog der Festumzug, begleitet vom Musikverein Kammerforst und den einheimischen „Zackerländer Musikanten“, durch die Straßen von Heyerode. In der Johannistraße und Karlstraße waren auch einige Fassaden entsprechend dekoriert. Bei Familie Herz in der Hauptstraße muss gerade Waschtag wie vor gut 100 Jahren gewesen sein, wovon eine Zinkwanne mit Waschbrett, andere Utensilien und die auf der Leine flatternde Wäsche kündeten.

    Spontan in dem Festumzug durch Heyerode eingereiht hatten sich auch ein paar gut gelaunte Herren aus Oppershausen, die gerade mit Christoph Taube zu dessen Junggesellenabschied auf Kremserfahrt im Hainich unterwegs gewesen waren. Und für die Haflinger- und Warmblut-Damen „Bettina“ und „Sandra“ als Gespann der Kutsche schien die Ehrenrunde anlässlich des Kreistrachtenfestes wie gerufen gekommen zu sein. Mit einer Ponykutsche wiederum kam der Rassegeflügelverein Heyerode daher und präsentierte auf seinem Anhänger gleichzeitig eine Ausstellung preisverdächtiger Züchtungen des Jahrgangs 2018.



    Die Trachtengruppe Oberdorla begeisterte mit ihren Tänzen und Liedern das Publikum beim Kreistrachtenfest.






    Martin Stützer und Dieter Herold vom gastgebenden Heyeröder Verein stilvoll mit Zylinder und Fliege.



    Fotos: Reiner Schmalzl

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