Thüringens junge Trachtler trafen sich in Brotterode

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  • 10. Kinder- und Jugendtrachtenfest des Freistaates im Städtchen unterm Inselberg erfolgreich absolviert

    Der Vorsitzende des Thüringer Landestrachtenverbandes e.V., Knut Kreuch aus der Bachgemeinde Wechmar, war sichtlich erfreut, als sich jüngst das mittlerweile 10. Thüringer Kinder- und Jugendtrachtenfest in Brotterode über ein Wochenende in und um das Schulgelände entfaltete. Junge Trachtenträger aus allen Teilen des Freistaates waren in die Bergstadt geeilt, um einen neuen Meilenstein in der Trachtengeschichte zu setzen.

    Die Veranstaltung mit dem gewissen Etwas

    Besonders wichtig erscheint den Machern immer wieder, dass der Nachwuchs sein Podium bekommt. Das knüpft Kontakte, schafft Freundschaften und bringt vielfältige gemeinsame Aktionen. Frank Günther, Vorsitzender der Trachtengruppe Brotterode ist sich sicher, dass dieses Hauptanliegen erreicht wurde. „In der Kinder- und Jugendarbeit gibt es immer ein Auf und Ab. Ein Dank gilt neben dem aktiven Nachwuchs den Jugendleitern, Eltern und begleitenden Erwachsenen.“ Die Trachtengruppe Brotterode verfügt selbst über eine rege Kinder- und Jugendtanzgruppe, die mit zahlreichen Tänzen und Mundart regionale Spezialitäten zeigte. Übungsleiter Jürgen Schiecke berichtet, dass das Üben immer wieder Spaß macht, aber auch so manche Anstrengung erfordert. Indes, die Kinder kommen gern und das sah jeder auf der Bühne oder beim Umgang miteinander. Die zahlreichen Jugendlichen des Vereins waren voll in die Organisation eingebunden, managten die Gästebetreuung, die Beschallungsanlage oder so manche wichtige andere Arbeit.

    Moderatorenduo sorgte für Unterhaltung und Schwung

    Die Brotteröder schafften mit einem Präsentationseinmarsch aller teilnehmenden Gruppen eine ganz neue Möglichkeit, wie junge Trachten- und Brauchtumspflege ganz passend gezeigt werden kann. Die Gruppen liefen einzeln über den Schulhof auf die Bühne und absolvierten einen typischen Tanz ihrer Region auf den Brettern. So kam jeder zur Geltung und keiner lief sich die Füße wund. Der gemeinsame Tampet 2017 aller Teilnehmer bildete den Höhepunkt des Festes.
    Eine ganze andere Besonderheit ist der junge Moderator, den die Brotteröder in ihren Reihen vorweisen können. Der 17-jährige Niclas Fuchs führte gemeinsam mit Steffen Schmidt abwechslungsreich, witzig und interessant durch den Tag. Niklas kann sich sicher sein: Die Trachtenfreunde und viele andere mehr werden seine Sprecherkünste in den nächsten Jahren sicher gern in Anspruch nehmen.

    Manche kamen gleich zwei Tage

    Obwohl der Trachtenverein Schumlach aus Lindenberg bei Sonneberg eine lange Anreise hat und auf allen Hochzeiten tanzt, zeigte er bereits am Samstag zur Festeröffnung sein Können. Gleiches galt für den Heimatverein aus Mosbach bei Eisenach. Erst jüngst weilten Vertreter beider Gruppen zur Europeade im finnischen Turku, wo sich Tänzer und Brauchtumspfleger aus ganz Europa trafen. Mit dem Fahnenschwingen stellte Toni Büchner aus Lindenberg ein ganz besonderes Stück Thüringer Brauchtums vor. Der Trachtenverein Ponitz rollte Altenburger Ziegenkäse in Großform herein, die Oberschönauer fielen mit ihrem Kirmeszug auf. Weitere große und kleine Trachtenfreunde kamen aus Kaltenlengsfeld, Tambach-Dietharz, Mengersgereuth-Hämmern, Stepfershausen, Wechmar, Tabarz, Behrungen im Grabfeld und Ruhla.

    Viele Unterstützer und Helfer

    „Ein rundes Fest“, so resümierte nicht allein die stellvertretende Landesvorsitzende der Thüringer Trachtler, Monika Moritz aus dem Eichsfeld am Abend. Sie hat selbst mit ihrer Kindertanzgruppe gleich zwei Mal das Fest ausgerichtet, 1999 und 2006. Bei Facebook stellte sie fast synchron bereits die ersten Fotos der aktiven Trachtenkinder ein. „Eine Riesenaufgabe, die nur mit der Unterstützung vieler funktioniert“, so Moritz. Dieses Mittun war in Brotterode einfach selbstverständlich. Hier liegt wohl auch das Erfolgsgeheimnis der Veranstaltung. Alle Vereinsmitglieder waren in die Veranstaltung integriert. Am Bratwurststand, beim Kaffee- und Kuchenverkauf, bei allen organisatorischen Arbeiten sah man sie im Vereins-T-Shirt bei der Arbeit schwitzen. Weitere Brotteröder Vereine unterstützen das Fest. „Die Sparkasse Schmalkalden-Meiningen, das Landratsamt Schmalkalden Meiningen und die Thüringer Staatskanzlei haben uns wesentliche finanziellen Mittel zur Verfügung gestellt , wofür wir uns recht herzlich bedanken“, das möchte Frank Günther nicht unerwähnt lassen.

    Text: Dirk Koch

    Äcktschänn on där Schnätzbanke on uf där Dänne
    Persönliches zum 10.Thüringer Kinder- und Jugendtrachtenfest in Brotterode

    Ungewohnte Aktionen an der Schnitzbank und schwungvolle Bewegungen auf der Tanztenne, so will ich meine Eindrücke eines außergewöhnlich schönen Sonntages in Brotterode umschreiben. Mit ganz großer Liebe zum Detail haben die Mitglieder der Volkstanz- und Trachtengruppe Brotterode wochenlang ein kleines Festival vorbereitet, was den Kindern und Jugendlichen Thüringens in Tracht eine vielfältige Plattform voller Aktionen bot. An alles war gedacht, von einer ungewöhnlich charmanten Moderation durch Steffen und Niclas bis hin zu einer selbst gefertigten Verpflegung aus selbst Gebratenem und selbst Gebackenem. Wieder war die Grundschule Brotterode bewährtes Quartier für die Kinder und Jugendlichen aus 15 Thüringer Vereinen. Ein Tanzboden auf dem Schulhof, Handwerkerstände auf der Straße, fliegende Trachten auf den Plätzen und überall lustiges Kinderlachen – schöner kann ein Sonntag nicht sein.

    Ein Gottesdienst, wo das alte Volkslied „Weißt du wieviel Sternlein stehen“ uns einlädt mitzusingen, dazu Kinder, die in Mundart und auf hochdeutsch Fürbitten vortragen, ist nicht alltäglich in Thüringen, aber ein wunderbarer Auftakt für ein Kinder- und Jugendtrachtenfest. Besonders beeindruckt hat mich ein Handwerker aus Bad Salzungen, der Stöcke aus dem Wald zum Festplatz holte, Drechsel- und Schnitzbänke baute und so die Kinder an Handwerkstechniken heranführte, von denen keiner träumte, als er früh am Morgen aufgestanden ist. Mancher Jugendliche hatte erstmals ein Schnitzeisen in der Hand und was besonders beeindruckend war ist die Tatsache, dass auf dem ganzen Handwerkerplatz nicht ein einziges Kind sein Smartphon zückte, um damit zu spielen.

    Jedes Kind in Tracht ist ein Geschenk und deshalb spielt bei Thüringer Kinder- und Jugendtrachtenfesten nicht die Quantität der Gruppen und Mitglieder, sondern die Qualität der Darbietungen die wichtigste Rolle. Und wenn selbst der Landesvorsitzende der Aufforderung von Gerlinde aus Mosbach nicht widerstehen kann und zum Tanz auf die Tenne kommt, um mit den Kindern und Jugendlichen einen Tampet unter Jürgens Federführung zu tanzen, dann hat Jugendkulturarbeit ihre wahre Bestimmung erreicht.

    Den Brotteröder Freunden vor und hinter den Kulissen, unter fachkundiger Führung von Frank Günther, gilt ein ganz großes Dankeschön - für ein Wochenende, wo Kinder und Jugendliche Werte wie Heimat, Volkskultur und Kameradschaft neu erleben durften.

    Brotterode war Tanz, Handwerk, Fahnenschwingen, Musik und Mundart oder um es ganz einfach zu sagen – Brotterode ist Leidenschaft für mehr Tracht.

    Knut Kreuch, Landesvorsitzender und Präsident des Deutschen Trachtenverbandes

    Mit freundlichen Grüßen
    Kind regards

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