10. Thüringer Kinder- und Jugendtrachtenfest in Brotterode

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  • „Die Tracht als Bote - zu erleben unter jungen Menschen in Brotterode“

    „Kräftige Menschen sind die Bewohner von Brotterode, aber nicht selten auch rauflustig und es geht bei öffentlichen Festen gewöhnlich nicht ohne Rauferei ab. Die Volkstracht ist nur bei den Frauen auffallend, in dem ein hohes dütenförmig geformtes Tuch den Kopf schmückt und die Farbe des Rockes in der Regel grün ist. Was die Kopfbedeckung der Frauen anlangt, so hat fast jeder im Ort im Walde seine eigentümliche Fasson und dem Eingeweihten ist`s leicht, aus derselben den Heimatort der Frauen zu erkennen“

    mit diesen Worten kennzeichnet J.C.Kronfeld, ein Lehrer an der Bürgerschule Apolda in seinem Buch „Heimatkunde von Thüringen und dessen nächster Umgebung“ im Jahr 1861 die Brotteröder. Ich will ihm erstens widersprechen, denn rauflustig sind sie nicht, die Jungen und Mädchen rund um den Inselberg, aber zupflichten will ich ihm zweitens, denn traditionsverbunden, das sind sie auch noch nach 150 Jahren!



    Schon oft war Brotterode ein Markenzeichen auf dem Weg der Thüringer Trachtenbewegung, ob als erstes deutsches Kindertrachtenpaar im Jahr 2004 oder als hervorragender Gastgeber zum 10. Thüringer Landestrachtenfest im Jahr 2014. Ich habe es schon einmal geschrieben, dass mir der Blick vom Inselberg am Eröffnungstage unvergessen bleiben wird.

    Nun treffen sich Thüringens Kinder und Jugendliche vom 26. bis 27. August 2017, um in Brotterode zwei Tage heimatliches Brauchtum zu pflegen. Kaum hat die Schule wieder angefangen stehen die Trachtenkids bereit, um in fröhlichen Tänzen, mit flotten Dialekten und kessen Weisheiten die Nachbarschaft rund um den Inselberg davon zu überzeugen, dass Zukunft auch Herkunft braucht. In der Mundart muss man einfach nicht jedes Wort verstehen, bei der Mundart ist es eben wie in der Ehe, jedes zweite Wort reicht, um gut miteinander auszukommen. Beim Tanze braucht man keinen teuren Tanzmeister zu buchen, kein Fitnessstudio zu quälen, hier reicht es sich die Hände zu reichen und mitzumachen. Wer in jungen Jahren im Tanzschritt beginnt, wird dem Partner im Alter nicht auf die Füße treten!

    Brotterode hat sich schick gemacht und unser Frank Günther fiebert mit den Seinen bereits seit Tagen dem neudeutsch so genannten „Event“ entgegen. Dabei braucht Frank kein Event, er will kein Massenschupsen. Frank will, das mit Gleichgesinnten Erlernte, das den Kindern mit Freude beigebrachte, einfach an ein breites Publikum geben und so motivieren, es ihnen gleichzutun. Jugendarbeit heißt nicht den Kopf in den Tanzboden zu stecken, sondern immer wieder von neuem anzufangen, auch wenn die Kiddies nach der dritten Tanzprobe wegbleiben, weil Fußballspiel viel schöner ist oder beim Faschingsballett eben die Sachen nicht so schwer sind und man beim Drehen nicht schwitzen muss. Kinder motivieren, sie bei der „Stange“ zu halten, ihnen Spaß zu vermitteln, das beginnt im Elternhaus, muss durch Kindertagesstätte und Schule verstärkt sein und darf im Verein ausgelebt werden. Einer allein kann nichts, aber alle gemeinsam sind die starke Zukunftsgesellschaft für die Heimat!

    Auf nach Brotterode, denn jedes Kind, was Tracht trägt, weiß zu schätzen, woher es kommt, weiß zu achten, wohin es geht und weiß worauf es ankommt – Kameradschaft miteinander.

    Viel Spaß in Brotterode zum 10. Thüringer Kinder- und Jugendtrachtenfest wünscht der gesamte Thüringer Landestrachtenverband seiner trachtentragenden Jugend.

    Euer Knut Kreuch

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