16. Internationales Fahnenschwingertreffen in Gotha

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  • Wir können den Wind nicht ändern, nur die Fahne in ihm schwingen
    16.Internationales Fahnenschwingertreffen in Gotha war ein großartiger Erfolg

    „Wir können den Wind nicht ändern, nur die Fahne in ihm schwingen“ so, oder so ähnlich klingt eine Wort von Aristoteles und wir wollen ihm nicht widersprechen, aber, es waren keine Menschen, die ihr Fähnchen nach dem Wind hängen, sondern 300 Schwingerinnen und Schwinger, die in zwanzig Gruppen aus sechs Ländern Europas zu Pfingsten 2017 für vier Tage die alte thüringische Residenz- und Hauptstadt Gotha mit ihren regionaltypischen Fahnen in wahrhaft schwungvolle Stimmung versetzten. Zum sechzehnten Male trafen sich in losen Gruppen und Vereinen aus der Schweiz, Österreich, Belgien, Dänemark, Italien und Deutschland zusammengeschlossene Gruppen, um das schöne Hobby des Fahnenschwingens zu pflegen. In Gotha ging es nicht darum, wer die Fahne am höchsten, oder die Vledder am weitesten werfen kann, „Gotha brachte Symbole“ zum Schwingen, so Christian König aus Öhringen, der maßgeblich das Zusammentreffen in Deutschland organisierte.

    Schon kurz nach der Anreise konnte Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch mit einer Begrüßungsformel in sechs Sprachen die Gäste auf dem Hauptmarkt willkommen heißen. Gemeinsam mit den Stadtpfeiffern und Fahnenschwingern der Interessengemeinschaft Schloss Ehrenstein in Ohrdruf eröffnete er das Stadtfest, das zum ersten Male in seiner mehr als dreißigjährigen Geschichte in einer Stadt in den neuen Bundesländern stattfand. Wie schon bei der Organisation der 50.EUROPEADE 2013 in Gotha war die Initiative zum 16. Internationalen Fahnenschwingertreffen dem rührigen Thüringer Landestrachtenverband e.V. zu verdanken.



    Bereits Freitagabend flogen die ersten Fahnen über den Hauptmarkt und auch der Samstagvormittag war mit Darbietungen in der Innenstadt gefüllt. Besonders schön die fliegenden Fahnen rund um das alte Karussell, was vor dem prächtigen Rathausportal für ein Wochenende seinen Platz fand. Als es Samstagnachmittag vom Brühl durch die Innenstadt ging, waren Straßen und Plätze dicht gefüllt. Einfach jeder wollte die fliegenden Fahnen, die schwingenden Standarten, die kunstvollen Tänze der Fahnenschwinger sehen. Als nach dem Umzug dunkle Wolken über Gotha zogen, verlegten die Organisatoren der KulTourStdt Gotha GmbH um Geschäftsführer Christoph Gösel, das Fest kurzerhand in die Stadthalle und alle Teilnehmer waren begeistert, wie reibungslos diese Umverlegung geschah und was für ein einzigartiges musikalisches Erlebnis ihnen mit dem Fanfaren- und Showorchester Gotha unter Leitung von Peter Sobirej geboten worden ist.



    Superintendent Friedemann Witting ließ zum Festgottesdienst in der Hofkirche von Schloss Friedenstein am Sonntagmorgen, nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, die Liedzeile „Güldner Himmelsregen, schütte deinen Segen auf der Kirche Feld; lasse Ströme fließen, die das Land begießen….“ und keiner der Gäste in der vollbesetzten Kirche wollte diesen Worten Glauben schenken. Kann man einem Fest so viel Regen wünschen? Selbst Christian Friedrich Witt, der vor genau 300 Jahren in Gotha verstorbene Komponist des Liedes, der Johann Sebastian Bach seinen Platz zur Aufführung von dessen erster großer Passion räumte, konnte das nicht gewollt haben. Und so kam es anders, denn nach der Kirche, schien die Sonne zwischen den unterschiedlichen Türmen von Schloss Friedenstein hervor und es begann auf dem Schlosshof eine Parade von mehr als 100 Fahnen in der Choreografie von Christian König.



    Mit Musik zogen die Fahnenschwinger am Sonntag durch die Stadt, spielten auf allen Plätzen wo es ihnen gefiel und so hatten die Thüringer Schlössertage sogar einen richtigen Höhepunkt. Sonntagabend konnte Oberbürgermeister Knut Kreuch in der Stadthalle Gotha alle Teilnehmer verabschieden und ihnen gute Heimreise wünschen, doch alle waren sich einig, Gotha war toll, in diese Stadt kommen wir wieder, und am liebsten, wenn wir dort Fahnen schwingen können.

    Text: Knut Kreuch
    Fotos: Lutz Ebhardt und Wolfgang Conrad

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